Usbekistan – Auf den Spuren der Seidenstraße

Gebäude wie aus 1001 Nacht, Basare voller Gewürze und buntem Geschirr, traditionelle Jurten und dösende Kamele vor einer rötlichen Wüstenlandschaft. Usbekistan ist ein besonderes Reiseziel, denn die Geschichte des Landes wurde Jahrhunderte lang von den verschiedensten Kulturen geprägt.

Seit dem Altertum verlief ein Teil der Seidenstraße durch den zentralasiatischen Staat und trug ostasiatische Einflüsse ins Land. Später stand Usbekistan bis zu seiner Unabhängigkeitserklärung 1991 zeitweise unter türkischer, mongolischer und russischer Herrschaft. Bis heute kann man die Geschichte in den Straßen der Städte sehen und spüren.

In der Hauptstadt Taschkent ist vor allem das Erbe der Sowjetunion in der Architektur sichtbar, da 1966 ein Erdbeben viele islamisch geprägte Bauwerke zum Einsturz brachte. Heute findet man jedoch auch an den sowjetischen Plattenbauten Spuren des Orients: Bunte Mosaike lassen die Grenzen zwischen den Kulturen verwischen.

In Städten wie Chiwa und Bukhara hingegen liegt der Zauber der alten Seidenstraße in der Luft und lässt Reisende in ein Märchen aus 1001 Nacht eintauchen. Die historischen Stadtkerne der beiden Städte zählen seit den 90er Jahren zum UNESCO-Weltkulturerbe. Islamische Kuppelbauten und orientalische Mosaike zieren hier das Straßenbild der Altstädte und erzählen Geschichten aus vergangener Zeit.

Zu den besonderen Sehenswürdigkeiten in der Oasenstadt Chiwa zählen die Befestigungsanlagen rund um die Altstadt, verschiedene Medresen und der Kalta Minor, das unvollendete Minarett. Der Turm sollte mit einer Höhe von 70 bis 80 Metern das höchste Minarett der islamischen Welt werden, allerdings wurde er nie fertiggestellt und misst darum heute nur 29 Meter. Der Bau wurde 1850 begonnen und fünf Jahre später abgebrochen, weil der Herrscher, der ihn in Auftrag gegeben hatte, in einer Schlacht getötet wurde.

In Bukhara kann man unter anderem den Registan Platz, die Mir-Arab-Madrasa und das Kalon-Minarett bewundern. Letzteres gilt als Wahrzeichen der Stadt und wurde etwa 1127 errichtet.

Bereits seit Jahrhunderten trotzen viele der Gebäude der drückenden Wüstenhitze. In Samarkand zum Beispiel thront seit 1404 das prächtige Gur-Emir-Mausoleum, das „Grab des Gebieters“, über der Stadt. Darin ruhen neben Muhammed Sultan weitere Familienangehörige des damaligen Herrschers Timur. Sowohl innen als auch außen ist der Bau mit bunten orientalischen Mosaiken verziert.

Besonders auffällig wird die Architektur durch die blauen Mosaike. Obwohl auch andere Farben für die kunstvollen Bilder verwendet wurden, strahlt einem vor allem Blau in all seinen Facetten von den Kuppeln und Wänden entgegen.

Islamische Mosaike sind in der Regel symmetrisch und von geometrischen Formen geprägt. Florale Muster oder Tiermotive werden so angeordnet, dass sie sich gegenüberstehen. So bleibt die Symmetrie erhalten. Außerdem hat jedes Mosaik mehrere Ebenen: Bestimmte Elemente werden durch auffällige Muster oder ihre Farbgebung in den Vordergrund gerückt, während andere schlichtere Bereiche in den Hintergrund treten. Wegen der geometrischen Formen und der symmetrischen Anordnung könnten die Muster meist unendlich wiederholt werden.

Die Kunst des Brotbackens

Besonders kunstvoll geht es in Usbekistan auch beim Brotbacken zu. Das Fladenbrot stellt eins der Hauptnahrungsmittel da und wird je nach Region ein bisschen anders zubereitet. Das wirklich besondere daran ist allerdings die Gestaltung, denn usbekisches Fladenbrot wird mit Hilfe von Stempeln individuell verziert. Traditionell werden die Brote in einem Tandur-Ofen gebacken. Dieser lässt sich ausschließlich von oben befüllen. Die Brote werden zum Backen an die oberen, heißen Seitenwände gedrückt. Heraus kommen individuelle, kleine Kunstwerke.

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